Das Gift in Tampons, Binden und Slipeinlagen!

Wissen Sie, wie Ihre Tampons und Binden hergestellt werden? Und vorallem, welche Materialien verarbeitet wurden?

Rund zwei Milliarden Tampons gehen jährlich über den Ladentisch. Knapp 80 Prozent aller Frauen haben sich noch nie Gedanken zu den Inhaltsstoffen in Tampons und Binden gemacht.

Laut EU-Recht sind Hersteller nicht dazu verpflichtet Inhaltsstoffe von Tampons, Binden und Slipeinlagen zu deklarieren. Gerade bei Tampons, die lange Zeit im Körper verbleiben und deren Inhaltsstoffe über die Schleimhäute direkt in den Blutkreislauf übergehen, ist dies eine gesundheitlich bedenkliche Gesetzeslücke.

In den USA unterliegen Tampons der Food & Drug Administration (FDA) und werden als medizinische Produkte eingestuft. In Europa werden Tampons jedoch als „Gebrauchsgegenstände“ eingestuft und unterliegen der sogenannten Produktsicherheitsrichtlinie.

Giftstoffe in Tampons und Binden gefunden

Ökotest wies 2008 in einem Artikel darauf hin, dass in O.B. ’s halogenorganische Verbindungen gefunden wurden, die vom Bleichen der Tampons mit Chlor zurückbleiben können.
Halogenkohlenwasserstoffe sind Kohlenwasserstoffe, in deren Molekül ein Halogen eingebaut ist. Halogene sind Fluor, Chlor, Brom und Iod. Diese Verbindungen sind stabil und fettlöslich, weshalb sie sich gerne ins Fettgewebe einlagern. Zudem sind sie besonders giftig, weshalb sie sich vorzüglich als Insektizid eignen. Sie stehen in dem Ruf, krebserzeugend zu sein, da sie aufgrund ihrer Stabilität lange im Organismus verweilen und wirken können. Damit sind auch weniger giftige Verbindungen potente Quellen für gesundheitliche Schädigungen. Eine Reihe von Halogenkohlenwasserstoffen zeigt zudem eine steroidähnliche Wirkung, die das Hormonsystem des Organismus beeinträchtigt.
Bei 2 von 15 Herstellern wurde sogar  Formaldehyd nachgewiesen.
Formaldehyd ist chemisch gesehen ein Oxidationsprodukt von Ameisensäure (Formalin). Es ist für die chemische Industrie ein nahezu unverzichtbarer organischer Grundstoff, der Ausgangsstoff für eine „Unmenge“ anderer chemischer Verbindungen darstellt. Hierbei handelt es sich um Farbstoffe, Arzneimittel, Textilveredler und mehr. In der Biologie kommt Formaldehyd (und Formalin) zum Einsatz, um Präparate zu konservieren. Da Formaldehyd ein starkes Reduktionsmittel ist, hat es ein beträchtliches anti-mikrobielles Potential und eignet sich als Desinfektionsmittel. Darüber hinaus wird Formaldehyd für die Produktion von Dingen benötigt, die keinesfalls erahnen lassen, dass hier diese Chemikalie mit von der Partie sein könnte: Süssstoffe (z.B. Aspartam), Klebstoffe, Bindemittel, Konservierungsstoffe, Ionenaustauscher, Düngemittel, Sprengstoffe, Selbstbräuner und so weiter.

2011 wurden Slipeinlagen von Stiftung Warentest untersucht: Hier wurden Phtalate (Weichmacher) gefunden.
Im November 2013 warnte eine weitere Studie der Organisation „Women´s Voices For The Earth“ vor den chemischen Rückständen in Tampons.

 

Woraus bestehen Tampons und Binden?

Konventionelle Tampons und Binden bestehen grösstenteils aus Zellstoff, der bei der Holzverarbeitung gewonnen wird und ebenfalls den Grundstoff für die Papierherstellung darstellt. Zellulose wird offiziell als Chemiefaser bezeichnet. Durch viele chemische Prozesse wird aus Holz Zellstoff hergestellt, der dann zu Viskose weiterverarbeitet wird.
Ausserdem verwenden Hygieneartikelhersteller die Chemikalie Dioxin zur Bleichung – damit die Produkte schön weiss und somit sauber ausschauen.  Dioxine werden in Verbindung mit Regelschmerzen (Endometriose) gebracht. Frauen die an Endometriose, einer Erkrankung der Gebärmutter, leiden, weisen eine hohe Konzentration von Dioxinen im Körper auf. Außerdem sind Dioxine krebserregend, verwirren das Hormonsystem und können zu Unfruchtbarkeit, Geburtsfehlern und Missgeburten führen.

Gefährliche Inhaltsstoffe, die laut des aktuellen WVE-Berichts in Tampons, Binden und Slipeinlagen enthalten sein können, sind unter anderen:

  • Chemikalien wie Dioxin- und Furanrückstände, die aus dem Bleichprozess mit Chlor stammen können und als krebserregend gelten
  • Pestizidrückstände im Falle von Baumwollbestandteilen, die nicht aus biologischem Anbau stammen
  • Unbekannte Duftstoffchemikalien, die Störungen im Hormonsystem oder allergische Hautausschläge auslösen können
  • Kleber-Chemikalien wie z.B. Methyldibromoglutaronitril, einem Konservierungsstoff, vor dessen Einsatz in Kosmetika Greenpeace bereits 2008 warnte und Entzündungen sowie Allergien der Haut auslösen kann.

 

Fatal

Die Haut im Intimbereich gilt als besonders empfänglich für Schadstoffe.
Diese Stoffe sind laut Bericht vor allem deshalb gefährlich, weil die Haut im Intimbereich besonders empfänglich für Substanzen ist, die sich für mehrere Stunden am oder im Körper befinden. Durch die vielen Blut- und Lymphgefässe gelangen Giftstoffe direkt in den Blutkreislauf und können so gefährliche Folgen haben.

„Die Vagina ist ein stark resorbierendes Organ, das Schadstoffe leicht aufnehmen kann. Sie gelangen über die Lymphgefäße direkt in den Blutkreislauf. “
(Gynäkologe Dr. Matthai, in: Woman Nr. 26/2013)

Was ist mit Stilleinlagen?

Auch Stilleinlagen werden ähnlich hergestellt und bestehen aus PE-Folien, Zellstoffgewebe und Vliesstoff. In den Stilleinlagen ist zudem ein Superabsorber verarbeitet, der auch in Windeln zu finden ist.

 

Was sind die Alternativen?

Derzeit führt kein Hersteller konventioneller Tampons ein Gütesiegel für nachhaltige Waldbewirtschaftung oder kennzeichnet Informationen zum Bleichprozess.

Die Alternative zu den herkömmlichen Tampons und Binden sind Produkte ohne Chemikalien, ohne Reizungen der Haut, ohne illegalen Raubbau von Wäldern, ohne genmanipulierte oder mit Pestiziden versetzte Baumwolle, ohne Kunststofffasern, die damit auch weniger zu globalen Müllproblem beitragen.

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Quellen: Wikipedia, Ökotest, Stiftung Warentest, Women´s Voices For The World (November 2013): Chem Fatale – Potential Health Effects of Toxic Chemicals in Feminine Care Products
Beitragsbild: Fotolia

6 comments

  1. Christian says:

    Ich muss da mal aufklären , Zellstofffaser ist offiziell eine Naturfaser und nicht wie hier beschrieben eine Chemiefaser , sämtliche Chemikalien die im Prozess eingesetzt werden sind im Endprodukt der Cellulosefaser nicht mehr enthalten. Weiters wird die Faser die die Firma O.B. für ihre Tampons benutzt schon seit 2009 nicht mehr mit Chlor gebleicht. Und Dioxine kamen sowieso nie zum Einsatz. Der Test von Ökotest den sie hier hernaziehen ist schon sehr veraltet. Vom Gesundheitlichen und Nachhaltigkeitstechnischen Standpunkt Sind Tampons die mit Cellulosefasern gemacht wurden absolut unbedenklich. Diese Fasern verwendet zb die Firma O.B.

    • Patricia says:

      Danke Christian. Danke für die Aufklärung. Habe erst heute von dem Thema erfahren und hatte natürlich erst mal einen Schock als ich das alles las. Aber anscheinend habe ich dann doch die richtige Marke gewählt. Haben Sie vielleicht auch schon einen Beitrag von Netzfrauen.org kommentiert? Wenn ja bin ich doppelt beruhigt! Vielen Dank dass Sie sich die Mühe gemacht haben. Grüße aus Berlin.

  2. Pingback: The DivaCup

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