Die Brustschimpfphase – Was dahinter steckt

Haben Sie schon einmal von der Brustschimpfphase gehört?
Meine Tochter ist 12 Wochen alt. Ich stille Sie voll, wie meinen Sohn in dem Alter ebenfalls. Er hatte damals eine Phase… Er schrie immer wieder an der Brust, schaute umher, er schien abgelenkt. Damals bin ich mit ihm ins Schlafzimmer gezügelt, hab im abgedunkelten Zimmer im Liegen gestillt. Die Phase ging vorbei.
Nun kommt sie bei meiner Tochter wieder. Die gleiche Phase.

Mit 6 Wochen und um 12 Wochen machen Babys grosse Entwicklungsschübe. Viele Kinder trinken während dieser Phasen zunehmend unruhig. Sie nehmen ihre Umgebung immer mehr wahr, werden eher abgelenkt. Die sogenannte Brustschimpfphase tritt meist zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat auf. Ich habe einmal gehört, dass es die Zeit ist, in der die meisten Mütter abstillen, da sie meinen, sie hätten zu wenig Milch.

Es ist nur ein Schub, NUR ein Schub… Nur. ein. Schub.

In den ersten Lebenswochen ist das Baby nach dem Stillen entspannt eingeschlafen. Das Stillen dauerte mal länger, mal etwas kürzer. Plötzlich ist alles anders, das Verhalten… Das Baby dockt an, dockt ab, schreit, weint, schaut umher. Dass dieses Verhalten bei vielen Müttern zu Verunsicherungen führt, kann ich verstehen. Gegen Ende des 3. Lebensmonats hat das kindliche Gerhin einen neuen Reifestatus erreicht. Die Babys beginnen zu Plaudern, Laute zu formen, Mimik nachzuahmen. Auch motorisch macht das Baby einen enormen Sprung. Babys nehmen in diesem Alter akustisch und auch visuell deutlich mehr wahr. Das ist sehr anstrengend.

In diesem Alter dienet das Stillen nicht mehr vordergründig der Gewichtszunahme sondern auch dem Trost, der Beruhigung und der Entspannung. Bei ausschliesslich gestillen Kindern stagniert in diesem Alter die Gewichtszunahme, da sie mit Längenwachstum und Hirnentwicklung beschäftigt sind.

 

Wie begleite ich mein Baby durch diese Phase?

Am Besten tragen Sie Ihr Baby nah bei sich, am Besten Bauch an Bauch, damit es sich so von äusseren Reizen schützen kann. Am Besten in einem Tragetuch oder einer Tragehilfe. Versuchen Sie, das Baby noch im Halbschlaf anzulegen, damit es noch nicht so abgelenkt ist. Das Stillen im abgedunkelten Zimmer hilft ebenfalls. Stillpositionen ändern oder den Stillversuch kurz unterbrechen und einige Minuten später noch einmal versuchen. Ganz wichtig: Bleiben Sie ruhig und legen Sie den Fokus nicht auf das Verhalten des Babys. Es spürt Ihre Unruhe.

In einigen Fällen kommt es in dieser Zeit zum Stillstreikt, dann verweigert das Baby das Stillen sogar komplett. Dieser Streik kann bis zu zwei Tage dauern.
Auch hier gilt: Keine Panik! Das Baby verliert nicht zu schnell an Gewicht. Beruhigen Sie ihr Baby durch Tragen. Kuscheln Sie gemeinsam im Bett, sagen Sie Termine ausser Haus ab, umd die Eindrücke für Ihr Baby zu minimieren. Das nächtliche Stillen verläuft dann oftmals problemloser. Es ist nicht notwendig  und auch nicht sinnvoll Flaschen mit anderen Flüssigkeiten anzubieten. Nach 2-5 Tagen ist der Spuk vorbei.

Ein Baby durchläuft in seinem ersten Lebensjahr viele aufregende Entwicklungsschritte. Eltern sind oft verunsichert. Bei solch einem rasanten Entwicklungstempo ist das verständlich. Im Zweifelsfall immer Rat einholen. Am Besten von Fachleuten, wie Stillberaterinnen IBCLC oder LLL.

 

Hier finden Sie eine Stillberaterin:

La Leche League International

Deutschland: La Leche Liga Deutschland
Schweiz: www.stillen.ch / La Leche Liga Schweiz
Österreich: La Leche Liga Österreich


Stillgruppen-Treffen:

In Stillgruppen können Schwangere, Mütter mit ihren Kindern und natürlich auch Väter über Themen rund um’s Stillen reden, die ihnen wichtig sind. Sie erhalten gesicherte Informationen von der Beraterin und erleben, dass sie mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein da stehen. Von erfahrenen Müttern erhalten sie Anregungen, die auch ihren Alltag erleichtern.
Stillgruppentreffen in Deutschland
Stillgruppentreffen in Österreich
Stillgruppentreffen in der Schweiz

 

 

Beitragsbild: Fotolia

Schreib einen Kommentar