Liebe Mütter: Hört auf eure Kinder zu vergleichen!

Wer kennt es nicht. Man trifft sich auf einem Spielplatz mit Müttern und deren Kindern und schon geht der Vergleichswettbewerb los. Anna kann schon 2-Wortsätze reden, während die gleichaltrige Lea nur „Mama“ sagt.

Kommen Ihnen die Fragen: „schläft dein Kind schon durch?“, „wie viel ml Milch trinkt dein Kind? – ach soviel?“ oder „ach so wenig?“, „es hat aber viel Babyspeck! Meine war in dem Alter viel dünner!“… bekannt vor?

Es fängt doch schon in der Schwangerschaft an. Wer hat den schöneren, runderen, schmaleren, grösseren, kleineren Bauch? Sind da Zwillinge drin? Ständig wird man mit Vergleichen und Ratschlägen konfrontiert.
Kaum ist das Baby auf der Welt folgen Fragen wie: „Schläft es schon durch? Meine Kinder konnten alle seit Geburt durchschlafen.“ oder „Was? Er kann noch nicht krabbeln? Pia krabbelt schon seit dem sie 5 Monate alt ist.“ Und so weiter.

Es gibt bestimmt immer ein anderes Baby, das alles besser und schneller kann. Ganz bestimmt.

Meine Kinder sind perfekt so wie sie sind. Ob sie nun eine grosse oder kleine Nase haben. Oder ob sie bei der Geburt 5 kg auf die Waage brachten oder nur 2.5 kg. Es ist doch piepegal, ob Hans schon mit 2 Jahren trocken ist oder Lisa bereits alle Zähne hat. Kinder brauchen Zeit und genau die sollen sie bekommen – ohne jeglichen Druck von Aussen!

Ich habe mich entschieden:
Ich mach bei diesem Vergleichswettbewerb nicht mit! Ich steige aus! Ich vergleiche meine Kinder nicht mit Anderen!

Meine Kinder sollen ohne Vergleiche aufwachsen. Sie sollen sich in ihrem Tempo entwickeln und lernen, was im Leben wirklich wichtig ist. Kinder wollen ihren Eltern gefallen – immer. Sie wollen alles perfekt machen. Sie mögen keine enttäuschten Eltern. Wenn Eltern also verlangen und kommunizieren, dass ihre Kinder alles besser machen, als alle anderen, versuchen Kinder stets perfekt zu sein. Sie lernen, dass sie nur geliebt werden, wenn sie perfekt sind.

Denken Sie daran, wie skeptisch und empfindlich Sie sind, wenn jemand Sie kritisiert oder grundsätzlich ändern will. Kindern geht es genauso. (Juul)

Aber woher kommen diese hohen Erwartungen? Eltern wollen immer alles perfekt machen und ihre Kinder sollen es ebenso sein.

Der Druck der Gesellschaft ist hoch und verlangt von Eltern, stets perfekt zu sein.

Jesper Juul sagte einmal in einem Interview:

„Perfekt zu sein, ist erstens unmöglich, zweitens brauchen Kinder überhaupt keine perfekten Eltern. Im Gegenteil: Perfektionismus ist ja nicht für das Kind, sondern für das Image der Eltern gut! Für Kinder kann es dagegen schädlich sein, wenn sie das Gefühl bekommen, sie müssten ebenso perfekt sein. Das führt dazu, dass Knirpse beispielsweise jahrelang verschweigen, dass sie im Kindergarten gehänselt werden und unglücklich sind. Perfektionismus macht bloss Druck.“

In der „Er-/Beziehung“ ist es wichtig, welche Werte man einem Kind mit auf seinen Lebensweg gibt. Das Kind soll Selbstbestimmung und Eigenverantwortung lernen. Nur so kann es zu einem eigenständigen Erwachsenen heranwachsen. Ich kann die „4 Werte“ von Jesper Juul aus seinem Buch „4 Werte die Kinder ein Leben lang tragen“ sehr empfehlen. Er beschreibt Werte, die tragfähige Säulen für eine gute Entwicklung von Kindern, wie von Familien sind:

Gleichwürdigkeit – Mit Kindern auf Augenhöhe sein

Integrität – Die eigene Persönlichkeit wahren

Authentizität – Echt und wahrhaftig sein

Verantwortung – Verantwortlichkeit beginnt bei jedem selbst.

Meine Kinder sind gut so wie sie sind und sie sollen wissen:
Ihre Mutter macht bei dem Vergleichswettbewerb nicht mit!

Buchtipp:
Jesper Juul: 4 Werte die Kinder ein Leben lang tragen

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