Weltstillwoche 2015: Wir feiern alle stillenden Mamas!

Vom 12. – 19. September 2015 ist Weltstillwoche! Die Weltstillwoche steht dieses Jahr unter dem Motto „Stillen und Arbeit – machen wir es möglich!“

Stillen in der Öffentlichkeit ist wichtig. Ich stille in der Öffentlichkeit, um Zeichen zu setzen. Es soll (wieder) Normalität werden. Keine stillende Mama soll sich schämen oder zurückziehen müssen, weil sie ausser Haus stillt. Indem in der Öffentlichkeit öfters gestillt wird, wird der Fokus auf die Bedürfnissen des Babys gelegt und nicht auf potentielle Schaulustige, die sich mit ihren Blicken daran stören, dass ein Kind in der Öffentlichkeit gestillt wird.

 

Ziele der Kampagne 2015

Mit möglichst zahlreichen Veranstaltungen und weiteren Aktivitäten soll  während der Weltstillwoche auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, die Vereinbarkeit von Stillen und Arbeiten zu verbessern. Die Ziele der Kampagne 2015 sind:
  • Unterstützung von allen Seiten erwirken, um Müttern zu ermöglichen zu arbeiten und trotzdem weiter zu stillen;
  • Arbeitgeber zu motivieren, familien-, eltern-, baby- und mütterfreundlich zu sein und angestellte Mütter
    aktiv zu unterstützen, weiter zu stillen;
  • die Öffentlichkeit über den aktuellen Mutterschaftsschutz zu informieren und auf die Notwendigkeit aufmerksam zu machen, die Umsetzung der Gesetze zu überprüfen;
  • arbeitende Mütter davon zu überzeugen, dass Weiterstillen bei Arbeitsaufnahme den Aufwand wert ist;
  • mit Partnern wie Gewerkschaften und Frauenrechtsorganisationen gemeinsam das Recht der Mütter
    auf Stillen am Arbeitsplatz zu schützen;
  • Politikerinnen und Politiker für das Thema zu sensibilisieren.

Quelle: www.stiftungstillen.ch

 

Wie lange wird in Deutschland gestillt?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich als Ziel gesetzt, dass bis 2025 mindestens 50% der Frauen die ersten 6 Monate ausschliesslich stillen. Weltweit werden nur rund 38% der Babys gestillt (WHO).
Gut 90 Prozent aller schwangeren Frauen in Deutschland haben die feste Absicht, ihr Kind zu stillen.
Die durchschnittliche Stilldauer in Deutschland betrug in den Jahren 2003 – 2006 nur 6,9 Monate, 77,6 % der Mütter stillten weniger als 6 Monate voll. Nach 9 Monaten hatten ca. 79 % der Mütter bereits abgestillt, nach 12 Monaten stillten ca. 92 % nicht mehr, nach 18 Monaten ca. 97 % und nach 24 Monaten mehr als 99 % [1].

Stillen ist nicht immer einfach. Der Start ist oft schwierig und eine Herausforderung. Stillen muss gelernt sein, von Mama und Baby. Es liegt an der Mutter zu entscheiden, was am Besten für sich und ihre Familie stimmt. Für mich und meine Familie war Stillen immer am Besten und Einfachsten.
Schon bevor ich Kinder hatte, wollte ich stillen. Dennoch sagte ich mir, wenn es nicht klappt, ist nicht so schlimm. Damals wusste ich nicht, dass man schon vor der Geburt eine Stillberatung in Anspruch nehmen kann, um sich ein wenig darauf vorzubereiten und im Zweifelsfall auch nach der Geburt jemand an seiner Seite hat, der weiterhelfen kann.

Meinen Sohn habe ich 16 Monate gestillt, bis ich dann infolge erneuter Schwangerschaft kaum mehr Milch hatte. Dazu kamen Schmerzen, sodass ich mich leider fürs Abstillen entschloss.
Meine Tochter stille ich mit ihren 4 Monaten immer noch ausschliesslich. Und noch lange kein Ende in Sicht!

 

5 Tipps für Stillen in der Öffentlichkeit

Um neuen Mamas zu helfen, habe ich hier fünf Tipps für das Stillen in der Öffentlichkeit, welche ich im Laufe der Zeit zusammengetragen habe. Ich hoffe, dass die Tipps helfen, dass auch Stillen in der Öffentlichkeit absolute Normalität sein soll.

 1. Tipp: Lege den Fokus komplett auf das Baby. Manchmal hat man das Gefühl, man wird beobachtet, komisch angeschaut. Das ist aber nicht das Problem der stillenden Mutter. Es geht hier nur um DICH und DEIN BABY, das Hunger hat und trinken möchte. Schau deinem Baby in die Augen, stille dein Baby und lasse dich nicht von den Gefühlen und Blicken anderer Menschen beunruhigen.

2. Tipp: Trage einen bequemen und vorallem praktischen Still-BH. Er muss nicht teuer sein, aber er muss einfach zu Öffnen und wieder zu Verschliessen sein.

3. Tipp: Wenn du magst, dann kannst du dich mit einem Schal oder einem Tuch bedecken. Meine Kinder mögen es beide nicht, bedeckt zu stillen. Deshalb bedecke ich mich auch nicht zusätzlich. Der kurze Moment in dem die Brust ausgepackt wird, kann man ohnehin kaum etwas erkennen.

4. Tipp: Freundlich sein zu Leuten, welche komisch schauen oder etwas kurioses sagen. Das ist eine gute Möglichkeit, den Leuten zu vermitteln, dass Stillen das Natürlichste auf der Welt ist. Nutze die Chance und erkläre der Person, warum du stillst: Vielleicht möchten die Leute auch nur etwas Neues lernen, oder mehr über das Stillen erfahren. Wichtig ist, dass du deine Grenzen wahrst.

5. Tipp: Trage praktische Kleidung: Der Zwiebellook erleichtert das Stillen in der Öffentlichkeit. Ich trage meistens ein elastisches Tanktop, welches ich runterziehen und unter meine Brust schieben kann, so ist mein Bauch bedeckt. Ein T-Shirt darüber, welches hochgezogen werden kann, verdeckt die Brust.

Ich stille überall. Im Einkaufszenter, im Restaurant oder auf der Parkbank, um nur einige Stillorte zu nennen.
Der allerbeste Tipp, den man jungen Müttern, die ihr Kind – egal wann, wie und wo – stillen möchten,  geben kann, ist:

Sei nicht zu streng mit Dir selbst, atme tief durch. Wenn dein Baby hungrig ist, dann füttere es. Egal wo.

 

Quellen/Querverweise:

 

Titelbild:
Fotolia

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