Wann ist der beste Zeitpunkt, um mit Beikost zu starten?

Der Start mit Beikost ist eine aufregende Zeit. Aber woher wissen Sie, wann Sie starten können? Oft hört man verschiedene (gutgemeinte) Ratschläge von Freunden, Familie und manchmal sogar Fremden, wenn es um das Alter geht, wann mit Beikost gestartet werden sollte.

Es kann also eine Herausforderung werden, neben den vielen Vorschlägen den richtigen Weg zu finden. Wann ist das Baby also bereit für Beikost?

Die Weltgesundheitsorganisaton (WHO) empfiehlt, die ersten 6 Monate ausschliesslich zu stillen und anschliessend neben Beikost weiter zu stillen bis 2 Jahre oder darüber hinaus.

Im ersten Lebensjahr soll Muttermilch (oder PRE-Nahrung) die Hauptnahrungsquelle eines Kindes sein. Es müssen also keine kompletten Mahlzeiten ersetzt werden, wenn Ihr Baby das nicht möchte. Es heisst ja schliesslich BEIkost und nicht ANSTATTkost.

Aber ist nur das Alter ausschlaggebend, um mit Beikost zu starten? Beikostreifezeichen zeigen uns sehr zuverlässig, wann ein Baby bereit für Beikost ist.

Beikostreifezeichen sind

  • Ihr Baby kann (mit wenig Unterstützung) aufrecht sitzen (z.B. auf Ihrem Schoss, oder im Hochstuhl)
  • Der Zungenstossreflex ist vollständig verschwunden (der Reflex sorgt dafür, dass Nahrung wieder aus dem Mund befördert wird)
  • Greift selber nach Essen und steckt es sich in den Mund
  • Ist bereit, zu kauen
Die meisten Babys zeigen um 6 Monate die ersten Beikostreifezeichen.
Wir haben einige Punkte zusammen getragen, welche keine sicheren Beikostreifezeichen sind und Sie deshalb nicht als Startzeichen nutzen sollten.

 

6 Zeichen, die nicht für Beikostreife sprechen

#1: Zähne

Wenn die ersten Zähnchen zum Vorschein kommen, ist das kein sicheres Zeichen dafür, dass Ihr Baby nun bereit für Beikost ist. Wann der erste Zahn kommt, ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Es gibt sogar Kinder, die mit Zähnchen geboren werden – gerade diese Babys sind noch weit entfernt von Beikostreife.
Andere Babys bekommen den ersten Zahn erst um den 1. Geburtstag. Diese Kinder starten also meist mit Beikost, bevor sie Zähne haben.Babys können Nahrung sehr gut mit ihrem Gaumen zerkleinern.

#2: Ihr Baby greift nach Ihrer Nahrung

Etwa um 4 Monate herum, versuchen einige Babys, das Essen vom Teller ihrer Eltern zu greifen. Einige Eltern deuten dies als sicheres Zeichen dafür, dass das Baby nun gerne essen möchte. Das stimmt aber nicht. Alle Beikostreifezeichen müssen zusammen auftreten, damit sie ein sicheres Zeichen dafür sind, dass Ihr Baby bereit für feste Nahrung ist.
Nur ein Zeichen davon ist, dass Ihr Baby nach Nahrung greift. Sie müssen ebenfalls bereit sein, die Nahrung in den Mund zu befördern und zu kauen. Sie müssen mit wenig Unterstützung aufrecht sitzen können und der Zungenstossreflex muss verschwunden sein.
Die meisten Babys erreichen diese Reife etwa mit 6 Monaten.
Denken Sie daran, dass Babys gerne versuchen, nach interessanten Dingen zu greifen, welche sich direkt vor ihnen oder auf ihrem Bauch befinden. Das heisst nicht, dass sie hungrig sind. Ihr Baby interessiert sich vielleicht nur dafür, was Sie da vor sich haben. Vielleicht imitiert es Sie auch nur. Ihr Baby weiss nicht von alleine, dass es bereit ist für Beikost. Deshalb müssen Sie als Mutter oder Vater alle Beikostreifezeichen richtig deuten.

#3: Ihr Baby erwacht nachts häufiger

Ihr Baby durchläuft während seiner Entwicklung immer wieder Wachstumsschübe und Entwicklungssprünge. Es gibt Phasen, in denen Ihr Baby öfters trinken möchte und nachts auch wieder häufiger erwacht.

Diese Phasen sind normal und treten immer wieder auf. Im Buch „Oje, ich wachse“ sind diese 10 Entwicklungssprünge erklärt und Sie können sehen, wann diese auftreten. Das Buch gibt es auch als praktische App für Ihr Handy. Wenn Ihr Baby nachts häufiger trinken möchte und wieder öfters erwacht, ist das kein Zeichen dafür, dass Ihr Baby nun bereit für Beikost ist und dies braucht, um wieder besser zu schlafen.

Auch wenn Ihnen erzählt wurde, dass Ihr Baby nach Beikosteinführung besser und länger schlafen würde, das stimmt nicht. Zu früher Beikoststart kann sogar bedeuten, dass Ihr Baby öfters erwacht (z.B. weil es Bauchschmerzen hat). Die Wahrheit ist: Ihr Baby wächst ständig und sein Schlaf- und Essverhalten wird sich ständig ändern.

#4: Das Baby will öfters trinken

Babys haben immer wieder Phasen, in denen sie öfters gefüttert werden möchten, das kann viele verschiedene Gründe haben, aber nicht, dass es nun bereit ist, mit der Beikost zu starten.
Ihr Baby zahnt vielleicht gerade oder durchläuft einen Entwicklunsgsprung etc. und braucht die Nähe. Stillen/trinken beruhigt. Keine Angst, Sie verwöhnen Ihr Baby dabei nicht.
Wenn Sie stillen, bedeutet häufigeres Anlegen, dass Ihr Baby die Milchproduktion ankurbelt. Man nennt dies auch „Clusterfeeding“.

#5: Das Baby BRAUCHT richtiges Essen

 Vielleicht haben Sie schon einmal von jemanden gehört, wenn Ihr Baby ein gewisses Alter erreicht hat, dass „Stillen allein nicht mehr ausreicht und es deshalb richtiges Essen bekommen soll“. Muttermilch ist „richtiges Essen“. Sie enthält alle Nährstoffe, welches ein Baby zum wachsen braucht.
Die Hauptnahrungsquelle im ersten Lebensjahr soll Muttermilch sein (oder Pulvernahrung, wenn Sie nicht stillen). Starten Sie zu früh mit Beikost, ersetzt dies vielleicht wichtige Nährstoffe, welches Ihr Baby von der Muttermilch/Flaschenmilch benötigt.

#6: Ihr Baby hat ein gewisses Gewicht erreicht

 Nur weil Ihr Baby ein gewisses Gewicht erreicht hat, oder sein Geburtsgewicht verdoppelt hat, heisst das nicht automatisch, dass es bereit ist für feste Nahrung. Vielleicht wurde Ihnen gesagt, Sie sollten mit Beikost starten, da Ihr Baby etwas schwerer ist? Das Gewicht hat aber nichts damit zu tun, dass Ihr Baby früher Beikost erhalten sollte.
Vielleicht haben Sie gehört, dass Sie besser „richtiges“ Essen geben sollten, da Ihr Baby eher klein und fein ist? Auch das stimmt nicht.
Mamas produzieren soviel Muttermilch, wie ein Baby verlangt. Die Nachfrage regelt das Angebot. Es hat keinen Einfluss, ob Ihr Baby eher etwas schwer oder eher schlank ist. Das Baby nach Bedarf zu füttern, gibt Ihrem Kind genau das, was es braucht.

 

Denken Sie immer daran, Muttermilch hat mehr Kalorien (und Nährstoffe), als die feste Nahrung, welche Babys essen.

 

Mit Beikost zu beginnen ist ein aufregender Meilenstein in der Entwicklung Ihres Babys. Achten Sie auf die Beikostreifezeichen, damit Sie genau wissen, wann Ihr Baby bereit ist für feste Nahrung.

 Beitragsbild: Fotolia

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