20 Still-Tipps für frischgebackene Mamas! ♥

Immer wieder erlebe ich, dass Mütter viel zu schnell aufgeben und abstillen. Oft fehlt es leider an der kompetenten Beratung.

Ich habe hier eine Liste mit Tipps zusammengestellt, welche frischgebackenen Mamas helfen soll, die Schwierigkeiten und  Hürden beim Stillen zu meistern und Zweifel aus dem Weg zu räumen.

  1. Versuchen Sie, sich auf das Stillen vorzubereiten. Suchen Sie sich vorgängig eine Stillberatung, die Ihnen im Zweifelsfall jederzeit zur Seite steht (siehe links unten).
    Ich kann Ihnen folgendes Buch sehr empfehlen:
    Stillen von Vivian Weigert
     oder besuchen Sie eine Stillgruppe der La Leche Liga:
    Stillgruppentreffen in Deutschland
    Stillgruppentreffen in Österreich
    Stillgruppentreffen in der Schweiz

    Einen Tipp, den ich auch gerne gebe ist, sich einer Stillgruppe bei Facebook anzuschliessen, zum Beispiel:
    Stillen – Fragen und Antworten bei Facebook oder Rund um’s Stillen (CH) bei Facebook
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  3. Sie müssen Ihre Brustwarzen nicht vor oder nach dem Stillen waschen. Die Drüsen an Ihrer Brust pflegen Ihre Brustwarzen auf natürliche Weise. Und Ihr Baby gewöhnt sich an diesen vertrauten Geruch nach Mama.
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  5. Ein gut sitzender und bequemer BH ist in der Stillzeit sehr wichtig.  Für mich sind die Büstenhalter ohne Bügel am bequemsten, da nichts drückt oder einschneidet. Unbedingt vor dem Kauf anprobieren und die richtige Grösse kaufen. Wenn Sie wunde Brustwarzen haben, versuchen Sie es mal ohne BH, damit viel Luft an die Brustwarzen kommt.
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  7. Nicht korrektes Ansetzen des Babys an der Brust ist ein sehr häufiges Problem, das Beschwerden macht. Wie Sie Ihr Baby korrekt ansetzen, kann Ihnen eine Stillberatung zeigen, oder schauen Sie dieses Video:
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  9. Nachfrage = Angebot: Die Nachfrage regelt das Angebot. Das ist eine der Hauptfaktoren, die die gesunde Produktion der Muttermilch beeinflusst. Es gibt ein Stimulieren/Rückmeldungs- System zwischen Ihrer Brust und Ihrem Gehirn. Wenn Ihr Baby an der Brust saugt, signalisiert Ihr Gehirn, dass das Hormon Prolaktin ausgeschüttet wird. Es wird folglich Milch produziert. Je mehr das Baby an der Brust saugen kann, desto mehr Milch wird produziert.
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  11. Ihre Milch kommt in zwei Gängen: Zu Beginn einer Stillmahlzeit kommt die durstlöschende und kohlenhydratreiche Vordermilch. Danach die fettreiche Hintermilch. Wenn Sie Ihr Baby zu früh an die zweite Brust anlegen, bekommt ihr Baby zu wenig von der Hintermilch mit den extra Nährstoffen, welche für ein gesundes Wachstum wichtig sind.
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  13. Nehmen Sie Hilfe an. Stress kann die Milchmenge beeinflussen. Wenn also Freunde anbieten, Ihnen ein Essen zu bringen, nehmen Sie die Hilfe unbedingt an! Wenn Ihre Freunde Hilfe anbieten, fragen Sie doch, ob sie beim Wäsche waschen helfen oder für Sie einen Einkauf machen würden.
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  15. Brustwarzen kommen in allen Formen und Grössen vor. Genau wie Babys auch. Auch wenn Sie Flach- oder Hohlwarzen haben, können Sie trotzdem stillen. Je mehr Sie stillen, desto mehr kommen die Warzen nach aussen. Wenn Sie sich unsicher fühlen oder Hilfe benötigen, kontaktieren Sie unbedingt eine Stillberatung:
    Deutschland: www.stillen.de / Schweiz: www.stillen.ch / La Leche Liga International
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  17. Wenn Sie unruhige Nächte haben und wenig Schlaf bekommen, versuchen Sie auch tagsüber möglichst oft zur Ruhe zu kommen. Legen Sie sich hin, wenn das Baby gerade schläft. Ihr Körper hat eine unglaubliche Fähigkeit, sich selber wieder aufzuladen!
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  19. Vergessen Sie, was andere sagen. Ein Baby KANN nicht verwöhnt werden. Sie sind perfekte kleine Menschen, die im Hier und Jetzt leben und ihre Aufgabe ist es, ihre lebensnotwendigen Bedürfnisse zu kommunizieren. Babys weinen, wenn sie Hunger haben. Bei der Geburt hat der Magen eines Babys die Grösse einer Murmel. Es braucht ca. 7 ml bis der Magen voll ist. Stillen Sie, wenn das Baby weint, kuscheln sie soviel wie möglich, tragen Sie Ihr Baby nah an Ihrem Körper (zum Beispiel im Tragetuch) – das hilft, die Nachfrage und das Angebot im Gleichgewicht zu behalten. Zudem wird auch beim Kuscheln wichtiges Prolaktin ausgeschüttet.
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  21. Seien Sie vorsichtig! Halten Sie sich fern von Ratschlägen wie: Die Brustwarzen müssen mit einem rauen Lappen abgehärtet werden. Schmerzhafte oder verletzte Brustwarzen sind nicht gut und auch nicht normal. Suchen Sie sich in diesem Fall unbedingt Hilfe bei einer Stillberaterin.
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  23. Babys haben einen angeborenen Reflex zu saugen. Das sendet ein Signal an das Gehirn der Mutter und so wird Milch produziert. Es kann sehr anstrengend sein, wenn das Baby nur an der Brust nuckeln möchte, aber Schnuller und Flasche können eine Saugverwirrung begünstigen und die Nachfrage-Produktion der Muttermilch beeinflussen. Aus diesem Grund sollten Sie warten mit Schnuller und Flasche, bis sich die Stillbeziehung eingependelt und stabilisiert hat (was etwa nach einem Monat der Fall ist).
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  25. Kreieren Sie eine entspannte Umgebung, wenn Sie stillen. Denken Sie daran, dass Sie jetzt Ihr Baby stillen werden und eine ganz spezielle Beziehung mit Ihrem Baby teilen. Unterstützen Sie diesen Moment mit gedämpftem Licht und ruhiger Musik. Was auch immer Ihnen und Ihrem Baby hilft, zu entspannen. Ältere Kinder dürfen in dieser Zeit ein spezielles Buch anschauen, ein Spiel spielen oder etwas Spezielles essen oder trinken (z.B. Fruchtquatsch). Gestalten Sie eine Stillkiste, welche Ihr älteres Kind ausschliesslich während dem Stillen auspacken darf. Und zu guter Letzt: Behalten Sie alle wichtigen Dinge in der Nähe, die Sie vielleicht während dem Stillen brauchen – ein Glas Wasser, ein Buch, ihr Handy oder einen Snack.
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  27. Während der Stillzeit immer genug und ausgewogen essen – Sie verbrauchen zwischen 200-600 Kalorien mehr in dieser Zeit. Was Sie essen, ernährt 2 Personen. Achten Sie also auf das, was Sie essen – Vollkorn, frische Früchte und Gemüse, und viel Protein.
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  29. Stilltee aus Kräutern ist ein super Geschenk der Natur für die stillende Frau. Seit Jahrhunderten werden die Kräuter bei stillenden Müttern eingesetzt, um die Produktion der Muttermilch zu unterstützen. Folgende Kräuter/Pflanzen sind gut für Ihre Milchproduktion (und einige finden sich auch in Stilltee von Weleda: Bockshornkleesamen, Mönchspfeffer, Fenchelsamen, Anissamen, Himbeerblätter, Löwenzahnblätter, Kreuzkümmel, Rot- oder Wiesenklee, Gerste, Mariendistel, Alfalfa/Luzerne.
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  31. Manche Frauen sind in der Stillzeit ständig durstig. Vertrauen Sie Ihrem Durstgefühl, trinken Sie dann, wenn Sie Durst haben. Sie müssen während dem Stillen nicht Literweise mehr trinken . Als Richtwert gilt etwa 1 Glas pro Stillmahlzeit.
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  33. Es gibt keinen Grund, die Milch abzupumpen und wegzuwerfen, wenn Sie sich mal ein Glas Alkohol gönnen. Abpumpen und verwerfen der Muttermilch beschleunigt den Abbau des Alkohols in der Muttermilch nicht. Die Alkoholkonzentration in Blut und Muttermilch verläuft in etwa parallel. Man hat herausgefunden, dass die Konzentrationsspitze in der Muttermilch 30 bis 60 Minuten nach dem Trinken bzw. 60 bis 90 Minuten nach dem Genuss von alkoholhaltigen Nahrungsmitteln erreicht wird (LLL).
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  35. Alles, was sich auf Ihrer Brustwarze befindet, geht direkt in den Mund des Babys. Wenn Sie eine Brustwarzensalbe benutzen, sollte diese so natürlich wie möglich sein. Mein Favorit ist z.B. PureLan von Medela oder Elanee im praktischen Airless-Spender. Übrigens auch super für strapazierte Lippen.
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  37. Der häufigste Grund, warum Mütter abstillen ist, dass sie denken zu wenig Milch zu haben. Eine wirklich kleine Anzahl Frauen produziert tatsächlich zu wenig Muttermilch. Die meisten Frauen stillen mit 2 Wochen, 6 Wochen, 3 Monaten oder 6 Monaten ab – dann, wenn Babys grosse Entwicklungssprünge durchleben (lesen Sie unseren Artikel: Oje, ich wachse: Die Entwicklungssprünge Ihres Babys). Denken Sie immer daran: Die Nachfrage regelt das Angebot. Je öfter Ihr Baby an der Brust saugt, desto mehr Milch wird produziert. Vertrauen Sie Ihrem Körper und Ihrem Baby!
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  39. Stillen ist etwas ganz natürliches. Aber manchmal brauchen junge Mütter und ihr Baby Hilfe. Hebammen, Ärzte und Mütterberaterinnen sind gute Fachpersonen, aber (meist) keine Stillberater.
    Eine ausgebildete Stillberatung finden Sie hier:
    Deutschland: www.stillen.de / Schweiz: www.stillen.ch / La Leche Liga International
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Beitragsbild: Fotolia

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