Der perfekte Beikostweg: Brei oder vom Tisch?

Ihr Baby erfüllt alle Beikostreifezeichen? Dann ist es Zeit für das nächste Kapitel in Babys Leben: Essen!

Welcher ist der richtige Weg für uns? Brei? Fingerfood? BLW?

Wer sich oft in Mama-Gruppen bei Facebook oder in Foren tummelt merkt schnell, dass es nicht nur den klassischen Brei-Weg zur Beikosteinführung gibt.

Viele reden von Fingerfood, direkt vom Tisch oder BLW? Nur  – was ist das?

BLW kommt aus dem Englischen und bedeutet Baby Led Weaning (Deutsch: Baby gesteuertes Abstillen). Das Baby bekommt Fingerfood und isst direkt am bzw. vom Familientisch mit. Es wird salzarm gekocht, und für die „Grossen“ am Tisch nach Bedarf gewürzt. So können auch schon die Kleinsten mitessen. Fingerfood wird in Form von Sticks oder Schnitzen angeboten, welche das Baby besser in der Hand halten kann. Das Baby isst selbständig, nach und nach immer grössere Mengen und stillt so aus eigenem Antrieb immer weniger. Meist ist das ab einem Jahr der Fall, da dann grössere Mengen gegessen werden. Manche Babys bevorzugen auch noch länger Mutter- bzw. Ersatzmilch. Das ist vollkommen in Ordnung. Mehr über BLW finden Sie im BLW Grundlagenbuch.

 

Muttermilch bzw. PRE-Nahrung reichen im ersten Lebensjahr aus und müssen nicht durch Brei oder Fingerfood ersetzt werden.

 

Meist liest man: entweder Brei oder Fingerfood (vom Tisch). Etwas zwischendrin scheint es irgendwie nicht zu geben. Dennoch denke ich, dass für eine Familie auch ein Mittelweg zwischen Brei und Fingerfood stimmen kann. Wichtig ist, dass man die Mahlzeiten erst ersetzt, wenn das Baby selbständig soweit ist. Bei Brei kann man das leider stark beeinflussen. Ebenfalls soll ein Baby keine feste Nahrung erhalten, wenn es noch nicht aufrecht sitzen kann (z.B. mit Unterstützung auf Ihrem Schoss). In einer Wippe oder im Newborn Set sitzt ein Baby zu wenig aufrecht. Verschluckt es sich, kann das Essen aus dieser Position nur sehr schwer abgehustet werden.

 

Beachten Sie auf jeden Fall folgende Punkte vor dem Beginn mit Beikost

  • Ihr Baby erfüllt die Beikostreifezeichen
  • Aufrechte Sitzposition
  • Mahlzeiten unter einem Jahr müssen nicht ersetzt werden, es heisst BEIkost und nicht ANSTATTkost
  • Milch ist im ersten Lebensjahr Hauptnahrung
  • Immer VOR dem Essen stillen/Flasche geben, bzw. die Milchmahlzeiten unabhängig vom Essen nach Bedarf gestalten
  • Keinen Druck! Weder bei Brei noch bei Fingerfood. Nie auf die gegessene Menge achten. Wenn ihr Baby nichts essen mag, unbedingt ernst nehmen
  • Lassen Sie ihr Kind an Ihren Mahlzeiten teilhaben

 

Womit kann man anfangen?

Anfangen können Sie mit Fingerfood in Form von gedämpftem Gemüse oder mit Brei.

Immer wieder werde ich gefragt, womit wir beginnen und ich empfehle anderen Mamas unsere beliebten Maispops. Sie lösen sich fast selbständig im Mund auf und beinhalten kein Salz oder Zucker. Ausserdem fördern sie Hand-Augen-Mund-Koordination. Sie sind zudem praktisch zum Mitnehmen und schmecken auch den grossen Kindern.

Foto © Maispops

Foto © Maispops

Verkaufsstellen finden Sie hier: www.maispops.de oder www.maispops.ch

 

Brei gemischt mit Fingerfood = Bringerfood ?

Wer sich nicht sicher ist, ob er Brei oder Fingerfood geben soll, dem empfehle ich die goldene Mitte. So können Sie den passenden Weg finden oder vielleicht sogar bei einer Mischung aus Brei und Fingerfood bleiben.

Wer Angst hat vor dem Verschlucken oder mehr über BLW erfahren möchte, dem empfehle ich das BLW Grundlagenbuch. Dort steht genau beschrieben, warum man sich eigentlich keine Sorgen machen muss, auch wenn das Baby direkt vom Tisch mitisst.

Legen Sie Ihrem Baby bei jeder Mahlzeit z.B. ein Maispops (oder ein bisschen Brot, Hirsekringels…) hin. Schauen Sie, was passiert. Sie können Ihrem Baby immer wieder gedämpftes Gemüse oder Früchte in Fingerfoodform anbieten (und hier gibt es absolut keine Richtwerte, wie lange ein Nahrungsmittel vor Einführung des nächsten gegeben werden soll). Gedämpften Brokkoli finde ich auch sehr praktisch für den Anfang. Sie können neben dem Fingerfood ein bisschen Brei anbieten. Denken Sie immer daran, dass auch hier die Menge nicht wichtig ist. Schliesslich reicht die Milch im ersten Lebensjahr und soll auch das Hauptnahrungsmittel sein. Bleiben Sie entspannt. Essen soll immer ein Vergnügen sein – und kein Muss. Es wird Tage geben, da wird ihr Baby vielleicht keinen Fingerfood und keinen Brei essen. Unbedingt akzeptieren und es zu einem anderen Zeitpunkt oder vielleicht sogar am nächsten Tag wieder versuchen. So lernt Ihr Baby einen gesunden Umgang mit dem Essen.

Der Beikostweg ist sehr individuell und es gibt keine Vorgaben, wie dieser aussehen soll. Sie müssen sich an keine Pläne, Richtlinien oder Mengenangaben halten. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl und vorallem auch auf Ihr Baby!

 

Beitragsbild: Pixabay

Schreib einen Kommentar